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Erlebnisportal am Stadtschloss Weimar

Erlebnisportal am Stadtschloss Weimar

Projektbeschreibung

Das Erlebnisportal Weimar ist ein öffentlicher Pavillon, dessen multimediale Ausstellung von Weimar aus über das touristische Angebot in ganz Thüringen informiert. Als temporärer Holzbau setzt er sich städtebaulich hinter die klassizistische Mauer von Clemens Wenzeslaus Coudray (1820) und führt mit einer Treppe unter einem neuen Rundbogen den Blick über diese Mauer ein, ohne sie baulich zu berühren. Wer oben steht, schaut über die Figuren des Ildefonso-Brunnens (1796 /1824, Eisenguss der Einsiedel’schen Kunstgießerei, Lauchhammer) zwischen dem Residenz-Stadtschloss Weimar mit Bastille und der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in den Park an der Ilm. Konstruktiv verhandelt das Projekt die Frage, wie man experimentell ein Schaustück zum Wandel der Zeiten an diesem Ort inszenieren kann. Innen zeigen sich den Besuchern und Besucherinnen sichtbar belassen 16–18 cm Kreuzlagenholz, außen ist das Gebäude mit einer hellen Hülle aus Birkenrinde geschützt. Damit verweisen Bau und die Bekleidung als temporärer Gast an diesem Ort auf das historische Borkenhäuschen, welches unter der Regie von Johann Wolfgang von Goethe am 9.7.1778 für die Dauer einer Aufführung im Ilmpark errichtet wurde. Dies lädt alle ein, die Kategorie des Ephemeren im Bauen an sich und die mögliche Wirkdauer mancher Inszenierung zu bedenken.

Jurykommentar

Der temporäre Holzpavillon am Weimarer Stadtschloss eröffnet einen neuen Blick in den Park an der Ilm und informiert über Thüringens Kultur- und Tourismusangebote. Rückbaubarkeit, Birkenrindenhülle und sensible Einfügung in den Welterbe-Kontext zeigen beispielhaft, wie Nachverdichtung und Inwertsetzung von Bestand gelingen.

Beteiligte

Bauherrschaft/Investor/Träger Klassik Stiftung Weimar Auslobung eines Wettbewerbs, engagierte Bauherrenschaft für das konstruktive Experiment mit Birkenrinde und eine zuverlässige Projektsteuerung während der Corona-Pandemie durch die Projektleiterin Susanne Reip.
Betreiber/Nutzervertretung Klassik Stiftung Weimar Der öffentliche Ausstellungsraum dient der Vermittlung kultureller und touristischer Orte in Thüringen. Er ist barrierefrei zugänglich und bietet einen neuen Blick auf den Park an der Ilm.
Architektur Helga Blocksdorf / Architektur Respektvoller Umgang mit dem Bestand, konstruktives Experiment der Birkenrinde als nachwachsender Rohstoff für Abdichtungs- und Fassadenarbeiten, strukturierte Erforschung des Materials im Projekt ZuKunftBau ab 10/2026 zus. mit der TU BS Samuel BarckhausenAnoe MelliouArne Maxim Koll
Landschaft/Freiraum 100Lanschaftsarchitektur, Thilo Folkerts Außenraumgestaltung in enger Zusammenarbeit mit der Gartenabteilung der Klassik Stiftung Weimar, Aufwertung des Innenhofes zu einem qualitativ hochwertigen Außenraum.
TGA/Energie Six Engineers GmbH Die Planer zeigten große Offenheit für die unkonventionellen technischen Anforderungen. Das Projekt sieht für das Gebäude lediglich Frostschutz und Schutz vor Überhitzung vor. Die Haustechnik wurde auf ein Minimum reduziert.
Fachplanung Brandschutz: Grubert Verhülsdonk Architekten PartGmbB Untersuchung der Birkenrinde als Fassadenmaterial sowie Ausarbeitung eines entsprechend innovativen Brandschutzkonzeptes.
Sonstiges grauwert-Büro für Inklusive & demograffiefeste Lösungen, Mathias Knigge Erarbeitung eines inklusiven Konzeptes zum barrierefreien Zugang des Gebäudes sowie des Außenraums. Beratung für Barrierefreiheit und Inklusion

Bilder & Pläne

Frau Prof. Dr.-Ing.  Helga Blocksdorf
© Frau Prof. Dr.-Ing. Helga Blocksdorf
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